Das Frühjahr 2010 war Tablet-Zeit. Überall blühten sie in den gedruckten Blättern, auf virtuell gewebten Seiten. Sie sehen prächtig aus: allesamt sehr platt, also: flach und irgendwie gleich mittelgroß, so dass man nicht weiß, wohin damit, und glänzen tun sie auch, was Fettfinger verböte, könnten wir sie nur schon anfassen, die neuen Superhandykleinrechnerwebvi-deoaudiohörgucker. Kratzte man die Namen vom Gehäuse ab (wenn man kratzen könnte), würde man sehen, wie sehr hier schon von allen Anbietern die unverbesserliche Idealform gefunden wurde. Nur bei den Innereien gibt es dramatische Unterschiede. Aber wer achtet schon darauf, wenn an der Oberfläche alles so schön glänzt?
Alle schauen auf Apple. Und alle anderen stehen im Schatten. So wie das arme Joojoo, ein schönes, flaches, glänzendes Tablet made in USA. Gute Technik, cooler Preis. Wie viele Vorbestellungen? 90 (neunzig!). Und Apple wirft containerweise seine iPads vor die hechelnde Menge. Oder das Dualbook von Entourage. Kann viel viel mehr als ein iPad. Ist aber auch kein Renner. Obwohl wir es in dieser Zeitung schon zweimal dringend empfohlen haben. Jetzt geht es nämlich erst richtig los: Hewlett-Packard, Acer und Microsoft, natürlich auch: Google basteln an Tablets. Aus Taiwan wird vermeldet, das ein knappes Dutzend Geräte im Anmarsch auf Europa ist. Wie wollen Sie da noch durchblicken? Gar nicht? Entweder nichts kaufen oder Apple kaufen? So ähnlich läuft es derzeit wohl wirklich. Die Branche hat den potenziellen Käufer mit so viel Produktversprechen überschüttet, dass Käuferwünsche entweder erstickt oder ganz schnell auf Nummer Sicher befriedigt werden.
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